Ein langjähriger Kunde einer großen Online-Trading-Plattform erhielt im Februar eine SMS, die von der Plattform zu stammen schien und wie üblich im entsprechenden Nachrichtenverlauf (Thread) angezeigt wurde. Die Sprache war fehlerfrei und stilistisch nicht auffällig. Inhalt der SMS war eine Warnung: Es sei eine größere Auszahlung vorgemerkt worden. Wenn der Kunde sie nicht selbst veranlasst habe, solle er eine in der SMS angegebene Nummer anrufen. Das tat der besorgte 24-Jährige, woraufhin er mit einem akzentfrei Deutsch sprechenden vorgeblichen Mitarbeiter der Plattform verbunden wurde. Dieser forderte ihn auf, sein Guthaben sofort auf ein „Treuhandkonto“ zu überweisen, andernfalls drohe der Totalverlust. Verängstigt folgte der Kunde der Anweisung und transferierte über 18.000 Euro. Die sind nun weg, denn SMS und Callcenter stammten von Betrügern.

Der Fall sorgte für große Aufmerksamkeit und dürfte dazu beigetragen haben, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einige Wochen später eine Warnung vor dieser Abzockmethode herausgab. Technisch wird sie durch sogenanntes SMS-Spoofing ermöglicht, das Versenden einer SMS unter falscher Nummer. Es empfiehlt sich deshalb, bei Links oder Telefonnummern, die per SMS zusammen mit alarmierenden Aufforderungen zur Kontaktaufnahme geschickt werden, höchst misstrauisch zu sein.